25 Fragen über den Propheten Muhammad (3/3)

16. Warum war der Prophet Muhammad (s) mit mehreren Frauen verheiratet?

Als 25-jähriger heiratete der Prophet Muhammad (s) die vierzigjährige Khadidscha – eine angesehene, verwitwete Kauffrau. Bis zu ihrem Tode führten sie eine glückliche und harmonische Ehe, aus der sechs Kinder hervorgingen.

Nach dem Tode Khadidschas ging Muhammad (s) mit mehreren Frauen eine Ehe ein, wobei nur eine davon zuvor nicht verheiratet gewesen war; alle anderen waren verwitwet oder geschieden. Dass der Prophet (s) die Versorgung dieser verwitweten oder geschiedenen 9

Frauen übernahm, und zwar einschließlich ihrer unmündigen Kinder, spielte eine wesentliche Rolle bei der Heirat. Zudem bewirkte die Heirat des Propheten Muhammad (s) mit manchen seiner Frauen, dass die Stämme, denen sie angehörten, der damaligen Sitte gemäß, eine engere Bindung an die Gemeinschaft der Muslime aufbauten.

Für Muslime ist die Mehrehe Muhammads (s), genauso wie von manchen biblischen Propheten, von Gott erwünscht. Dass seine Frauen sämtlich mit dem Propheten Muhammad (s) zufrieden waren und dass sie trotz z.T. großer materieller Entbehrungen zu ihm standen und ihn unterstützten, wird als ein Hinweis auf die Prophetenschaft Muhammads (s) gedeutet.

17. Was meinte Muhammad (s) zur Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft?

Die Stellung der Frauen in der Stammesgesellschaft auf der Arabischen Halbinsel war gleich die eines Sklaven, wobei es hier nur wenige Ausnahmen gab. So wurde es nicht selten als eine Schande angesehen, wenn eine Frau ein Mädchen auf die Welt brachte. Um dieser Schande zu entgehen, wurden die neugeborenen Mädchen oftmals in die Wüste gebracht und dort bei lebendigem Leibe verscharrt.

Mit der Offenbarung des Korans und durch das gelebte Beispiel des Propheten Muhammad (s) wurde ein Mädchen einem Jungen gleichwertig eingestuft. Der Prophet verurteilte Männer, die ihre Frauen schlecht behandelten, und zeigte durch sein eigenes Beispiel, wie man in der Ehe gerecht und liebevoll mit seiner Frau umgehen soll. Er betonte, dass die Frau vor Gott die gleiche Stellung hat wie der Mann und dass Frauen und Männer sich ergänzen.

18. Wie verhielt sich Muhammad (s) gegenüber Angehörigen anderer Religionen?

Der Auftrag, den der Prophet Muhammad (s) erhalten hatte, war gegenüber allen seinen Mitmenschen gleich, ob es sich nun um Juden, Christen oder Götzendiener handelte, nämlich die Übermittlung der Botschaft Gottes. Er sprach mit seinen Gesprächspartnern ihren Glaubensvorstellungen entsprechend über seinen Auftrag und rief sie dazu auf, sich dem Willen Gottes zu ergeben.

Dabei zeigte er seinem Gegenüber großen Respekt und menschliche Nähe und ertrug auch persönliche Beleidigungen und Verfolgung mit Geduld.

Er lehrte seinen Anhängern, dass zu den Christen und Juden eine besondere Nähe besteht und dass die Menschen die freie Wahl haben, den Glauben an Gott zu bestätigen oder abzulehnen und dass Muslime ihre Mitmenschen mit Güte behandeln sollen. Er betonte zudem, dass eine gerechte Behandlung aller Menschen eine unabdingbare Voraussetzung für eine islamische Lebensweise sei.

19. Was bedeutet es, der Lehre Muhammad (s) und seinem Beispiel im 21. Jahrhundert zu folgen?

Der Mensch kann sich Gott nicht als Vorbild nehmen, da er Ihm nicht wesensgleich ist. Daher muss er, um ein gottgefälliges Leben führen zu können, ein Vorbild haben, nach dem er sich richten kann. Der Prophet Muhammad (s) wird mit seiner Persönlichkeit von Gott dem Menschen selbst als Lebensmodell präsentiert (Koran 33:21; 68:4), da er seine Charakterschulung und Erziehung durch seinen Herrn genoss.

Das Vorbild Muhammads (s) ist jedoch nicht nur in seinem menschlichen Leben und seinen persönlichen Vorzügen, sondern vor allem in seinem Weg, den Handlungen und Aussagen, die zu Gottes Zufriedenheit führten, zu suchen.

20. Gibt es Aussagen von Muhammad (s) über die Bewahrung der Schöpfung?

Der Koran erwähnt, dass der Prophet Muhammad (s) als „eine Barmherzigkeit für alle Welten“, d.h. für die ganze Schöpfung, gesandt wurde. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass nicht nur Aussagen und Empfehlungen bezüglich der Menschen von ihm überliefert sind.

Er gab auch Anweisung und Ratschläge über die gute und milde Behandlung von Tieren und den behutsamen Umgang mit der Umwelt. Er erzählte Gleichnisse, die aufzeigten, dass, wer Tiere gut behandelt von Gott belohnt, und wer sie quält von ihrem Schöpfer dafür bestraft werden wird. Er lehrte seine Anhänger, Ressourcen wie Wasser nicht zu verschwenden und einen positiven Beitrag zur Umwelt zu leisten indem sie z.B. Bäume pflanzen sollten.

21. Wie sicher sind das Leben und die Aussprüche Muhammads (s) überliefert?

Schon zu Lebzeiten Muhammads (s) gab es bestimmte Personen, denen es erlaubt war, neben dem Koran auch die Aussagen des Propheten Muhammad (s) aufzuschreiben. Daneben gab es manche Gefährten Muhammads (s), die ihn stets begleiteten und sich seine Aussprüche merkten und sie dann anderen weitererzählten. Bei der Weitergabe wurde genau darauf geachtet, dass die Aussagen wortgetreu übermittelt wurden, und man zählte bei der weiteren Überlieferung die ganze Kette aller Überlieferer auf. So wurde sichergestellt, dass der übermittelte Ausspruch des Propheten (s) in seiner Echtheit überprüfbar blieb. Schon in der Mitte des 8. Jahrhunderts (ca. 100 Jahre nach dem Tode des Propheten), und auch später, wurden die Überlieferungen von muslimischen Gelehrten gesichtet, gesammelt und kategorisiert. Seit dieser Zeit gibt es viele schriftliche Zusammenstellungen der Überlieferungen des Propheten Muhammad (s).

22. Hat Muhammad (s) nicht einfach die Lehre der Christen und Juden übernommen und umformuliert?

Die Behauptung, dass Muhammad (s) durch den Kontakt mit Juden und Christen, den christlichen und jüdischen Glauben kennen gelernt habe und so seine „neue” Religion formulierte, ist meist in der Literatur christlicher Missionare oder Orientalisten zu finden. Diese Aussagen gründen nicht auf Fakten und finden in der Lebensbiographie des Propheten Muhammad (s) keine Bestätigung. Da Muhammad (s) selbst unbelesen war, hätte er die Schriften der Christen und Juden überhaupt nicht studieren und somit auch nicht von ihnen abschreiben können. Desgleichen gibt sein Umfeld, das den Götzenkult praktizierte, keinen Anhaltspunkt dafür, dass er intensiven Kontakte zu ihnen hatte. Auch die Tatsache, dass viele Juden und Christen nach einer Begegnung mit Muhammad (s) den Islam annahmen, widerspricht dieser Theorie, weil diese als erste die Übernahme und Verfälschung ihrer Lehre bemerkt hätten.

Parallelen zwischen der biblischen Lehre und dem islamischen Glauben lassen sich eher dadurch erklären, dass die Offenbarungen der Christen und Juden im Grunde auf die gleiche Quelle wie die des Koran, nämlich auf den Einen Gott, zurückzuführen sind.

23. Was hat der Prophet Muhammad (s) über Jesus (a.s.) gesagt?

Muhammad (s) war ein Nachfolger Jesu und bezeichnete ihn als „seinen Bruder“. Als er mit Christen über Jesus (a.s.) sprach, betonte er stets den Sachverhalt, dass Jesus (a.s.) nicht Gott oder Gottes Sohn ist.

Der Prophet Muhammad (s) berichtete, dass er in einem Traum Jesus gesehen habe und beschreibt ihn wie folgt: „Als ich nachts bei der Kaaba schlief, sah ich im Traum einen Mann mit lohfarbener Haut, so schön, wie man einen Mann mit lohfarbener Haut sehen kann. Sein gelocktes Haar fiel bis zwischen seine Schultern, vom Kopfhaar des Mannes tropfte Wasser, und er hatte seine Hände auf die Schultern zweier Männer gelegt und umschritt das Heilige Haus, und ich fragte: ‚Wer ist das?‘ und sie sagten: ‚Das ist Isa (Jesus), Sohn der Maryam (Maria)‘“ (überlief. bei Buhari, IV, 649 in „Der Islam und Jesus“, A. v. Denffer, München 1995, S. 43ff)

Der Prophet erklärte einmal: „Wer bezeugt, dass kein Gott da ist außer Allah, Der keinen Teilhaber hat, und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, und dass Isa (Jesus) der

Diener Allahs und Sein Gesandter und Sein Wort ist, das Er Maryam (Maria) entboten hat und von Seinem Geist, und (bezeugt), dass das Paradies wahr ist und das Höllenfeuer wahr ist, den lässt Allah ins Paradies eingehen um dessentwillen, was er (im Diesseits) getan hat.“ (Buhari).

24. Hat Muhammad (s) die gleiche Stellung im Islam wie Jesus (a.s) im Christentum?

Islam ist nicht eine Religion, die Muhammad (s) begründet hat. Islam (auf Arabisch heißt Islam etwa „Hingabe [zu Gott]“) ist die Lebensweise, die alle Gesandten und Propheten Gottes samt Jesus (a.s.) gepredigt und gelebt haben und somit die ewige Urreligion. Aus diesem Grund ist Muhammad (s) der Verkünder des „Islam“ in seiner endgültigen Form und er ist der abschließende Gesandte Allahs.

Muslime lieben Muhammad (s), weil er der Gesandte Gottes ist, folgen ihm, weil er ein Leben in völliger Gottergebenheit verbracht hat und verehren ihn, weil er der auserwählte Prophet ist. Aber sie erhöhen ihn nicht auf die Stufe Gottes und betrachten ihn nicht als einen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Denn der Prophet (s) sagte selbst zu seinen Gefährten: „Erhöht mich nicht wie die Christen Jesus erhöht haben. Ich bin der Knecht Allahs. Sagt: “Er ist der Diener und Gesandte Allahs“ (Ahmad, Bd. I, S.24).

25. Gibt es in Heiligen Schriften anderer Religionen Hinweise auf Muhammad (s)?

Der Koran erwähnt, dass in den frühen Heiligen Schriften die Ankunft des Propheten Muhammad (s) angedeutet wird (Koran 7:157; 61:6). So finden sich auch in der Bibel Stellen, die nach muslimischer Lesart auf die Ankunft des Propheten Muhammad (s) Hinweise geben, wobei das Profil des Angekündigten besonders in sechs wesentlichen Elementen mit dem des Propheten Muhammad (s) übereinstimmt: Der Linie der Propheten, seinen Eigenschaften, dem Ort seines Auftretens, der Offenbarung, die ihm gegeben wird, den Ereignissen, die sich in seiner Zeit zutragen werden und dem Zeitpunkt seines Kommens.

Zudem finden sich Prophezeiungen über den Propheten Muhammad (s) in den Schriften der Hindus wie z. B. in der Atharva Veda, einem der vier Bücher der Veden und in der persischen Zend Avesta, der Heiligen Schrift der Zoroastrier.

 

G L O S S A R

Allah: der eine, einzige Gott

Allah-u Akbar: „Gott ist grösser“

Hadith: Aussage und Ausspruch vom Propheten Muhammad (s)

Hadsch: Wallfahrt nach Mekka

Hidschra: wörtl.: „Auswanderung“ der Muslime von Mekka nach Medina im Jahre 622; Beginn der islamischen Zeitrechnung

‚Id-ul Fitr: Fest das Fastenbrechens zum Ende des Ramadan ­ Ramazan Bayramî

Imam Vorbeter, Gemeindevorsteher, Leiter

Islam wörtl.: “Das Friedenmachen”; Ergebung in Gottes Willen

Kaaba: Das kubusförmige Heiligtum in Mekka, das nach der Überlieferung von Abraham und seinem Sohn Ismail erbaut wurde

Khadidscha: Die erste Ehefrau des Propheten Muhammad (s)

Koran: Das heilige Buch der Muslime

la ilaha illa-llah: “kein Gott ausser Allah, muhammadan Muhammad ist der Gesandte Allahs” rasulûllah

Medina: Ort auf der Arabischen Halbinsel, zu dem der Prophet Muhammad (s) auswanderte und an dem er begraben ist

Mekka: Stadt auf der Arabischen Halbinsel, Geburtsort Muhammads (s)

Muezzin: Gebetesrufer

Muhammad (s) wörtl.: „Der Gepriesene“; Name des abschliessenden Gesandten Gottes

Namaz (türkisch) : Das täglich fünfmalige Gebet ­ Salah

Oruç (türkisch, sprich ”Orutsch”): Das Fasten im Islam ­ Sawm

Quraisch: Ein Stamm der Araber, der in Mekka ansässig war und von dessen Nebenlinie der Prophet Muhammad (s) abstammt

Ramadan: Fastenmonat; 9. Monat des Islamischen Mondkalenders

Ramazan Bayramî (türkisch) : Fest des Fastenbrechens nach dem Ramadan ­ Id-ul Fitr

Sawm (Mz. Siyam) : Das Fasten ­ Oruç

Salah: Das täglich fünfmalige Gebet ­ Namaz

Schari‘a wörtl: ”der leicht begehbare Weg zur Quelle”; das Islamische Gesetz, das auf Offenbarung ruht

Sunna :Vorbildhafte Vorgehensweise des Propheten Muhammad (s)

Zakat-Abgabe: Verpflichtende Abgabe an bestimmte Personengruppen, die Vermögen besitzen


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