Wichtige Faktoren für kulturelle Entwicklung aus der Sicht von Koran und Sunna


Der Begriff kulturelle Entwicklung wurde zum ersten Mal in den 80iger Jahren seitens der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) formuliert. Dieser Begriff bedeutet Verbesserung des Kulturlebens in der Gesellschaft und Erzielung von höheren Werten. Im Verlauf der kulturellen Entwicklung verbessern sich die materiellen und immateriellen Seiten des Privat- und Gesellschaftsleben. Die Kulturentwicklung bringt die potentiellen Fähigkeiten der Mitglieder einer Gesellschaft zur Entfaltung und fördert das kreative Schaffen.

Der 21. Mai ist der Tag der kulturellen Entwicklung und ein Anlass für uns, über die wirksamen Faktoren für eine solche Entwicklung aus der Sicht des Korans und der Sunna (Tradition des Propheten) zu sprechen.

Die Islamische Kultur legt großen Wert auf Entwicklung. Wenn jemand im Einklang mit dieser Kultur seinen Lebensweg festlegt, kann er leicht Fortschritte erzielen.

Eines der grundlegendsten Prinzipien für den Fortschritt ist im Islam der Glaube an Gott. Vereint mit Gottesfürchtigkeit und Enthaltsamkeit gewährleistet er das Wohl der Menschen im Diesseits und Jenseits

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Im Vers 96 der Sure Araf ( 7 ) heißt es:


Wenn die Bewohner dieser Städte geglaubt hätten und fromm gewesen wären, hätten Wir ihnen Segen vom Himmel und von der Erde in Fülle beschert.“

Aus islamischer Sicht bedeutet kulturelle Entwicklung: Ausbau der Überzeugung und Aufruf zu den hohen Werten sowie und Verbreitung des Pflichtbewusstseins unter den Menschen.

Ein erfolgreicher Weg bei der kulturellen Weiterentwicklung gemäß Islam, besteht darin, dass die Regierungen mit den Lehren des Korans und der Religion übereinstimmen.
Aus dieser Sicht ist die Regierung verpflichtet, für eine sichere Atmosphäre zu sorgen, in der im Rahmen der islamischen Regeln Gedanken ausgetauscht werden können und ein wissenschaftlicher Disput möglich ist.
Die Regierung muss nach der Entfaltung der kulturellen Möglichkeiten in allen Bereichen des Privat- und Gesellschaftslebens streben – Sie muss also um kulturelle Entwicklung bemüht sein.

Als der Erhabene Prophet (s.) in Medina eintraf, gründete er einen islamischen Staat. Durch dessen Weiterentwicklung hat er die göttliche Botschaft überall hin verbreiten können.

Die Tradition des Propheten (Sunna) beinhaltet als höchstes Ziel der Gründung einer Regierung sowie die Erzielung eines moralischen Wandels beim Einzelnen und in der Gesellschaft, wobei dieser Wandel auf dem Glauben an Gott und den Lohn im Jenseits basiert.
Der Koran hebt diesen Punkt hervor. Im Vers 164, der Sure Ale Imran (3)steht:.
Gott hat den Gläubigen wahrhaftig eine Gnade erwiesen, indem Er einen Gesandten aus ihrer Mitte mit der Botschaft betraute, der ihnen die offenbarten Zeichen Gottes vorträgt, der sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt. Denn zuvor hatten sie sich in schwerem Irrtum befunden.“

Der Prophet des Islams und sein Edlen Nachfolger haben durch einen Wandel im Denken und in der Seele der Menschen geeignete Voraussetzungen für ihren kulturellen Fortschritt geschaffen. Sie haben Gott vorgestellt und den Weg zur Erreichung schöner Eigenschaften und zur Abkehr von hässlichen Attributen geebnet.
Die Gesundung der Gesellschaft beginnt bei der Gesundung des Einzelnen und daher führt aus der Sicht des Propheten die seelische Wandlung der Menschen zur Reform und Befreiung der Gesellschaft vom Hässlichen. Auf diese Weise kann ein gesundes und sicheres Klima in der Gesellschaft geschaffen werden.
Imam Sadeq (a.s.), das große Vorbild für Wissen und Gottesfürchtigkeit hat darüber gesagt: „Gute Taten und eine gute Moral, lassen die Städte aufblühen und die Menschen lange leben“. Es fragt sich nun, wie man die Gewohnheiten der Menschen ändern kann und die guten Eigenschaften verbreiten kann.

Es ist psychologisch gesehen für die moralische Reform und Entwicklung in der Gesellschaft wichtig, dass man das Gute vom Schlechten unterscheiden kann, denn ein Teil der unerwünschten Verhaltensweisen in der Bevölkerung geht auf Unwissenheit zurück.
Es steht jedoch fest, dass das Wissen auch nur dann zu einer Reform der Gesellschaftsmoral und zur Verbreitung von guten Eigenschaften auf gesellschaftlicher Ebene führt, wenn die Gelehrten und die Regenten bei ihrem Vorgehen bzw. in ihrer Politik die notwendige Sorgfalt anwenden und gemäß Wissen und guter Moral handeln. Sie müssen ihr Wissen praktizieren. Andernfalls handeln sie genauso wie die Unwissenden.
Hierzu sagt Imam Ali (a): Ein Gelehrter, der im Gegensatz zu seinem Wissen handelt, ist wie ein verirrter Unwissender, der nichts über Sünde und gute Werke weiß und seine Unwissenheit nicht loswird.

Ein weiterer Weg zur Erreichung eines moralischen Wandels ist das Streben nach charakterlicher Verbesserung – das heißt der Dschihad gegen die Nafs – die eigene Seele, das eigene Ich.
Geist und Seele des Menschen befinden sich wie der Körper ständig in einem Wandel. Oftmals wird ein Verhalten aufgrund ständiger Wiederholung zu einer Gewohnheit.
Der Mensch kann seine Gewohnheiten, die manche auch seine zweite Natur genannt haben, ändern und nach der edlen Natur, die seinem Gott gegebenen Seelen-Urgrund (Fitrah) entspricht, streben.
Es wird überliefert, dass der Prophet des Islams nach der Rückkehr aus einem erfolgreichen Gefecht gegen die Gottesleugner dieses Gefecht den kleinen Dschihad genannt hat. Dann hat er die Gläubigen zum Großen Dschihad aufgerufen hat. Der Große Dschihad ist der Kampf gegen das Schlechte in dem eigenen Ich. Er sagte, dass dieser Dschihad der wertvollste Dschihad ist.

Für die kulturelle Entwicklung und den Abbau schlechter Eigenschaften ist auch ein geeignetes Vorbild notwendig.
Dje Menschheit braucht auf dem Weg zu ihrer Vervollkommnung und ganz besonders auf dem Weg zu ihrem Wohl Leitbilder und Anführer, die die konkrete Verkörperung aller guten Eigenschaften sind. Sie können sich diese zum Vorbild nehmen und in Richtung des hohen Zieles und des kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritts vorwärtsschreiten.
Im Nahdschul-Balagheh finden wir einen Brief Imam Alis an seinen Gouverneur Uthman Ibn Honaif in Basreh. In diesem kritisiert er Uthman, weil er an einem Gastmahl der Reichen teilgenommen hatte, zu dem die Bedürftigen nicht zugelassen worden waren.
Er schreibt im Zusammenhang mit der geistigen Führung: „Wisse, dass jeder Beauftragte einen Anführer hat und jeder Anhänger sich nach seinem Anführer richtet und das Licht dessen Wissens nutzt. Wisse dass euer Imam (er selber) sich vom Weltlichen mit zwei alten Gewändern und beim Essen mit zwei Fladen Gerstenbrot begnügt.“
Aus diesen Worten von Imam Ali können wir generell auf eine überlegenswerte Sache schließen, nämlich dass Glück und Unglück eines Volkes enorm davon abhängen, wie ihr Regierungsmodell aussieht.
Die Regenten können also die wichtigsten und wirksamsten Vorantreiber der kulturellen und moralischen Weiterentwicklung ihrer Gesellschaft sein.

Ein weiterer Faktor für den Fortschritt des Islams und die Verbreitung und den Ausbau der Islamischen Kultur ist die Durchführung der göttlichen Gebote.
Zur Zeit des Propheten wurde die Durchführung der göttlichen Gebote liebevoll angestrebt. Das wichtigste Instrument für die Verbreitung der Islamischen Kultur ist Güte und Freundlichkeit.
Im Heiligen Koran steht, dass man die Menschen nicht mit Gewalt zur Religiosität zwingen kann. Dazu heißt es in der Sure Yunus, im Vers 99
„Hätte Gott es gewollt, wären alle Menschen auf Erden samt und sonders gläubig geworden. Möchtest du etwa die Menschen zum Glauben zwingen?

Auch an einer anderen Stelle im Koran, in der Sure Baqara, wird offen und deutlich gesagt, dass es in der Annahme der Religion keinen Zwang gibt.
Ein entscheidender Punkt ist dabei die Einbeziehung der Meinung der Bevölkerung in die Tätigkeiten der Regierung im Rahmen der Islamischen Lehre. Ein solcher Meinungsaustausch lässt ein geeignetes Klima für den kulturellen Fortschritt entstehen.
Aufgrund dieses Grundsatzes muss also die Politik der Islamischen Regierung auf den Lehren des Heiligen Korans und der Sunna beruhen, damit alle trotz der verschiedenen Ansichten friedlich miteinander leben können.
Darüber sagt Imam Ali: „Die religiöse, kulturelle, soziale und wirtschaftliche und geistige Lage der Menschen wird zu keiner Regelung finden, es sei denn dass die Regierung, rechtschaffen handelt und eine Regierung wird nur dann so sei, wenn die Menschen rechtschaffen handeln, den Schauplatz nicht verlassen, den Gesetzen und Plänen der Regierung treu bleiben und sie unterstützen.“


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