Die Geburt von Jesus aus der Sicht der Juden, Christen und Muslime

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Eines Tages – so glauben es viele Muslime, aber vor allem die Syrer – wird Jesus in Damaskus wiedererscheinen. Manche glauben sogar in den aktuellen Wirren Vorzeichen diesbezüglich erkennen zu wollen. Und die Adventszeit steht einmal mehr vor der Tür.

In dieser verworrenen und vielen Menschen die Hoffnungen raubenden Weltlage wird es Zeit, über Jesus, den Sohn der Maria zu sprechen. Der Friede sei mit dem Geist Gottes Jesus und seiner reinen Mutter. Die wundersame Geburt Jesu ist eigentlich einer der deutlichsten Beweise für Christen, die Wahrhaftigkeit des Islam zu erkennen, aber viele befassen sich heutzutage leider zu wenig mit derartigen Themen. Vielleicht wird es ja in der Adventszeit anders.

Gemäß ehemaliger christlicher Lehre im Westen und der Lehre der Christen in den orthodoxen Gebieten ist Jesus als Sohn der Jungfrau Maria geboren, die vorher nie ein Mann berührt hat. Dieses zweifelsohne einmalige Wunder Gottes ist ein Zeichen für die gesamte Menschheit. Allerdings hat das heutige Christentum in Deutschland ein ernsthaftes Problem, die Dimension dieses grandiosen Wunders zu erkennen: Denn die Jungfrauengeburt wird immer weiter angezweifelt. Sie soll zwar bei der Geburt mit einem Josef zusammen gewesen sein, aber Josef (der später nicht mehr auftaucht) habe mit der Zeugung nichts zu tun. So kann die vereinfachte Geschichte der Geburt Jesu wiedergegeben werden. Jesus wird gemäß christlicher Vorstellung in einer Krippe in Bethlehem geboren, einige Weise aus dem Morgenland huldigen ihm, und daraufhin soll die gesamte Menschheit noch Jahrhunderte hinweg daran glauben, dass Jesus von der Jungfrau Maria geboren worden ist. Wie aber sollte das funktionieren?

Wir haben die Faktenlage, dass eine Frau schwanger wird – wie es seit Jahrtausenden vorher auch der Fall ist und sämtliche Menschen wissen, wie man schwanger werden kann. Die einzige, die behauptet, dass es ein Wunder war und sie nicht vorher von einem Mann berührt wurde, ist nach jener Geschichte Maria selbst. Ist das glaubhaft für die Menschen? Ist das ein Wunder, dass die gesamte Menschheit für alle Zeiten akzeptieren kann? Werden hier nicht die Menschen schlichtweg überfordert? Entspricht dieses Ereignis dem echten Wundercharakter? Schließlich dient ein Wunder zum einen dazu, die außergewöhnliche Nähe des Wundervollbringers zu Gott nachzuweisen und zum anderen einer Gruppe von Menschen einen klaren und unwiderlegbaren Beweis zu geben, dass hier eine Gnade Gottes vollbracht wurde. Welche dieser Merkmale trifft auf das Wunder der Geburt Jesu zu, wenn man die heutige christliche Version betrachtet?

Die Folge der christlichen Darstellung führt dazu, dass die heiligste Frau im Christentum im Laufe der Jahre von der eigenen Kirche immer mehr verunglimpft wird. Es wird doch heute ganz offen in den evangelischen Kirchen Deutschlands darüber diskutiert, dass Maria möglicherweise doch nicht Jungfrau gewesen sei, sondern “nur“ eine “junge Frau“!? Manche christliche Geistliche glauben selbst nicht daran, dass Maria schwanger wurde, ohne dass sie ein Mann berührt hat und sagen das auch ganz offen.

Juden hingegen glauben, dass Maria wohl – Gott bewahre – Unzucht betrieben haben muss, falls sie nicht verheiratet war, auch wenn sie das aus Respekt gegenüber ihren christlichen Mitbürgern nicht so formulieren und sich in Sachen Jesus lieber heraushalten. Die Sachlage also ist die: Juden glauben nicht daran, dass Jesus in einer Wundergeburt geboren ist. Einige Christen glauben auch nicht an die Empfängnis, ohne dass ein Mann die Heilige Maria berührt hat. Und andere glauben zwar noch daran, haben aber keinen einzigen schlüssigen Beweis dafür, damit es auch von anderen Menschen geglaubt werden kann. Denn allein für sich ist jenes Wunder nicht “nachweisbar“. Zwar hat Maria bereits zuvor sehr viele Wunder gewirkt, aber darüber wissen Muslime mehr als Christen, da in den muslimischen Schriften mehr darüber steht. Und auch Jesus hat später zahlreiche Wunder gewirkt, aber er selbst geht in den heutzutage kanonisch genannten Evangelien kaum auf seine Geburt ein.

Nur der Islam hat eine Auflösung für das Dilemma. Gemäß der Darstellung im Heiligen Qur’an in einer Sure, die der gesegneten Maria gewidmet ist, wird der Heiligen Maria damals tatsächlich genau das vorgeworfen, was jeder Frau vorgeworfen wäre, wenn sie ohne Ehemann schwanger geworden wäre. Ihr wurde Unzucht vorgeworfen und eine schwere Strafe angedroht gemäß dem geltenden jüdischen Gesetz im Privatrecht. Genau in jener Situation, als sie mit dem Baby im Arm vor Hunderten von Menschen stand, darunter viele jüdische Geistliche, geschah aber ein weiteres Wunder. Der Säugling Jesus sprach und bestätigte, dass er ein Prophet Gottes war. Daraufhin wurde Maria in Ruhe gelassen. Das Wunder wurde von hunderten Menschen miterlebt. Ein Wunder bestätigt das andere Wunder und erst beide Wunder zusammen ergeben das schlüssige Bild.

Das Ergebnis jenes Ereignisses kann heute unter anderem in Deutschland beobachtet werden. Es liegen zwar keine verlässlichen Statistiken vor, aber fast bekommt man den Eindruck, als wenn es mehr Muslime im Land gibt, die die Heilige Maria verehren und fest überzeugt sind von ihrer Jungfrauengeburt, als es – zumindest in einigen Regionen – Christen gibt, die das tun.

Wie sagte doch Jesus: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden.“

Warum aber schreibe ich diesen Text ausgerechnet jetzt? Bisher habe ich noch nie einen öffentlichen Text geschrieben, der Christen direkt dazu auffordert, sich mit dem Islam zu beschäftigen; höchstens habe ich indirekt darauf verwiesen. Es ist auch nicht das Anliegen des Islam zu “missionieren“ im christlichen Sinn, selbst wenn einige von den Saudis finanzierte Gruppen das praktizieren. Aber die Zeit reift immer schneller. Während auf der einen Seite die Weltuntergangsmöchtegernpropheten die schlimmste Zukunft ausmalen, explodieren in diversen Foren die Erwartungshaltungen gegenüber dem Erlösen. Allein in Youtube wollen Dutzende – teils ahnungslose Leichtgläubige, teils Provokateure – den Erlöser bereits gesichtet und gefilmt haben. Die aktuelle Weltfinanzlage ist in seine letzte Phase getreten. Die USA haben aufgehört, allein mit Stellvertreterkriegen ihr Weltunterdrückungssystem aufrecht zu erhalten und drohen jetzt auch China. Israel geht inzwischen ganz offen dazu über, auch die besetzten Gebiete zu annektieren und Jerusalem für Muslime und Christen unbewohnbar zu machen. Alle jene Anzeichen können – wie vor dem ersten und zweiten Weltkrieg – nur Vorboten einer weiteren Katastrophe für die Menschheit sein, ohne dass der Erlöser erscheint. Denn wer hätte damals den Erlöser, falls er erschienen wäre, huldigen und ihn bestätigen können? Doch dieses Mal haben wir einen lebenden Imam unter uns, der sowohl die Autorität als auch die Anhängerschaft hat, jene Huldigung durchzuführen. Die Zeichen mehren sich, die Zeichenabfolge beschleunigt sich. Und in solch einer Zeit ist es angebracht, dass sowohl die vielen gutherzigen Christen im Land als auch viele gutherzige Juden, die ihre Aufrichtigkeit bewahrt haben, auch in solch einem Forum die Gelegenheit erhalten, sich mit einem Islam auseinander zu setzen, der das genaue Gegenteil von dem ist, was die Kapitalisten und ihre saudischen Söldner den Menschen propagieren. Die Einladung gilt auch an viele gutherzige sich atheistisch wähnende Linke, die vom Schöpfer allen Seins bisher nichts wissen wollen und dennoch von Ihm großzügig versorgt werden.

Der Islam ist die Religion der Liebe und Wahrheit und im wahren Monotheismus sind Liebe und Wahrheit eins! Mit Gottes Gnade wird es während der Adventszeit eine neue Buchveröffentlichung im m-haditec-Verlag geben mit dem Titel: „Jesus in der islamischen Überlieferung der Ahl-ul-Bait.“ Wir wünschen gesegnete Vorfreude auf die Adventszeit, auf Muharram und auf das Buch. Möge Jesus bald wiedererscheinen und nicht nur er.

Quelle: muslim-markt


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