Jesus im Islam (2/3)

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Was lehrt das Christentum uber Jesus (Friede sei auf ihm)?

Jesus (Friede sei auf ihm) kam mit einer göttlichen Botschaft zu den Menschen. Diese Offenbarungsschrift, das Evangelium, ist heute nicht mehr in seiner originalen Form vorhanden. Lediglich von Menschen geschriebene Versionen, wie z. B. die Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sind noch existent. Es gibt zwar noch weitere solcher Schriften, doch diese zählen nach dem Beschluss des Konzils aus dem Jahre 364 n. Chr. nicht mit zu den 27 Büchern des Neuen Testaments. Sie wurden praktisch aussortiert.

Zwar werden im Islam die früheren Offenbarungsschriften akzeptiert, jedoch nur in ihrer ursprünglichen Form. Die heutigen Exemplare sind geändert und verfälscht worden, was eine anerkannte Tatsache ist.

Verlangt ihr denn, dass sie euch glauben, wo doch eine Schar von ihnen das Wort Allahs bereits gehört und es dann, nachdem sie es begriffen hatten, bewusst verfälschten?
(Qur’an Sure, 2:75)

Doch wehe denen, die das Buch mit ihren eigenen Händen schreiben und dann sagen: „Dies ist von Allah“, um dafür einen geringen Preis zu erlangen! Wehe ihnen also ob dessen, was ihre Hände geschrieben und wehe ihnen ob dessen, was sie erworben haben!
(Qur’an Sure, 2:79)

Sogar in der Bibel selbst findet sich eine Warnung vor genau diesem Ereignis:
„Wie könnt ihr sagen: Weise sind wir und das Gesetz des Herrn ist bei uns? Ja! Aber der Lügengriffel der Schreiber hat es zur Lüge gemacht.“
(Jeremia 8, 8)

Welche Aussagen gibt es diesbezüglich in der gegenwärtigen Literatur?

– Encyclopaedia Britannica, 12. Ausgabe, Band 3 S. 643: „Es ist jedoch Tatsache, dass jedes Buch im Neuen Testament, zurzeit mehr oder weniger Gegenstand von Kontroversen ist, und Einfügungen werden selbst für die vier Briefe vorgenommen.“

– Encyclopaedia Biblica, Band 4 S. 4980: „Die überwältigende Mehrheit der anderen Lesearten des Neuen Testaments waren von Anfang an absichtliche Änderungen. Das Neue Testament stellte in früher Zeit keine kanonische Autorität dar. Änderungen und Beifügungen würden tatsächlich vorgenommen, wenn man sie als Verbesserung ansah.“

Trotzdem steht auch heute noch in der Bibel klar und deutlich geschrieben, dass Jesus (Friede sei auf ihm) nicht aus eigener Kraft Wunder gewirkt hat, sondern lediglich mit der Erlaubnis des allmächtigen Gottes:

„Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“
(Johannes Evangelium 5, 30)

Während in der islamischen Glaubenslehre die Erzählung über Adam (Friede sei auf ihm) zu Beginn der Schöpfungsgeschichte eine Geschichte von Sünde, Reue und Vergebung ist, lehrt das Christentum, dass durch die Sünde eines Einzigen, nämlich Adam (Friede sei auf ihm), die gesamte Menschheit zu Sündern geworden ist (vergleiche Römer 5, 12). Dieser Fehler könne nur durch die gute Tat eines anderen, nämlich Jesus (Friede sei auf ihm), gesühnt werden. Daher musste Jesus (Friede sei auf ihm) nach christlicher Doktrin für diese Sünden sterben, um die von Adam (Friede sei auf ihm) herbeigeführte Trennung zwischen Gott und den Menschen wiederherzustellen.

Gemäß dem Islam sind die Schwierigkeiten für jeden Einzelnen auf dieser Welt seine individuelle Probe, wohingegen diese Schwierigkeiten dem Christentum nach eine Strafe für den Fehler Adams (Friede sei auf ihm) sind.

(Er, ) der den Tod erschaffen hat und das Leben, auf dass Er euch prüfe, wer von euch die besseren Taten verrichte; und Er ist der Erhabene, der Allvergebende.
(Qur’an Sure, 67:2)

Starb Jesus (Friede sei auf ihm) nun also für die Sünden der Menschen?

In Anbetracht der Tatsache, dass die Bibel unzweifelhaft abgeändert worden ist, sowie dass es hinsichtlich der Behauptung, Jesus (Friede sei auf ihm) wäre am Kreuz gestorben, viele Widersprüchlichkeiten in ihr gibt, sollte jeder Einzelne sich fragen, ob nicht vielleicht die islamische Glaubenslehre die richtige ist.

Aus der Bibel ergeben sich zwei Antworten:

– Jesus (Friede sei auf ihm) ist für die Sünden der Menschen gestorben.

– Jesus (Friede sei auf ihm) ist nicht für die Sünden der Menschen gestorben.

Belege für die erste Behauptung stehen hauptsächlich im Neuen Testament, vor allem in den Briefen des Apostel Paulus, der die heute vorhandenen Lehren der Kirche maßgeblich beeinflusst hat. Die Überzeugung, dass Paulus sogar der eigentliche Gründer des heutigen Christentums ist und nicht Jesus (Friede sei auf ihm), wird nicht nur von Muslimen geteilt.

So hat Paulus beispielsweise behauptet, er hätte Jesus (Friede sei auf ihm) getroffen und dieser hätte ihn dazu inspiriert Briefe zu schreiben, die heute Bestandteil des Neuen Testaments sind.

Die Opfertodtheorie geht ebenfalls auf Paulus zurück und wurde möglicherweise durch das griechisch-römische Reich beeinflusst.

Abgesehen von Paulus´ Darlegung geht aus der Bibel nicht hervor, dass Jesus (Friede sei auf ihm) für die Sünden der Menschheit gestorben ist.

Im Gegenteil, es finden sich eher konträre Aussagen zu seiner Behauptung – so zum Beispiel im Alten Testament, als das Volk Israel für seine Sünden Tiere opfern sollte oder als Aaron (Friede sei auf ihm) von zwei Böcken den einen geschlachtet, dessen Blut auf dem Altar verteilt hat und anschließend den zweiten Bock in die Wildnis geschickt hat. Dieser zweite Bock sollte die Sünden hinfort tragen. Natürlich waren das auch Opferungen, jedoch wurden hier Tiere als Buße geopfert und es ist deutlich geschrieben, dass nicht das Opfertier die Sünde zu tragen hatte, sondern der lebendige Bock, der fortgeschickt wurde.

Laut christlicher Doktrin muss unabdingbar an den Opfertod von Jesus (Friede sei auf ihm) geglaubt werden, dies sei der einzige Weg in das Paradies. Akzeptiert man diese Lehre, so ist es gleichgültig, welcher Religion man angehört oder welche Sünden man begangen hat. Um es also auf den Punkt zu bringen: Auch Adolf Hitler oder derjenige, der die Atombombe auf Hiroshima geworfen hat, muss lediglich die Theorie des Opfertods annehmen und wird dafür mit dem Paradies belohnt.

Was aber ist mit denjenigen, die vor Jesus (Friede sei auf ihm) gelebt haben? Auch diese Menschen wurden doch laut Paulus mit der Erbsünde geboren und ganz eindeutig haben sie nicht an den Opfertod geglaubt, schließlich gab es diese Lehre damals noch nicht.

Ist das akzeptabel? Warum wird diese unerlässliche Voraussetzung für das Paradies erst so spät bekannt – vor allem unter Anbetracht der Tatsache, dass Jesus (Friede sei auf ihm) Gott selbst sein soll. Da Gott ewig ist, ohne Anfang und ohne Ende, muss er schon zu Anbeginn der Zeiten von der Wichtigkeit des Opfertodes gewusst haben.

Was ist mit einem Baby, wenn es stirbt? Es wird mit der Erbsünde geboren und stirbt kurz nach seiner Geburt. Gemäß der Synode von Karthago aus dem Jahre 405 n. Chr. wird dieses Baby in der Hölle landen, denn es wurde nicht getauft.

Auch die katholische Meinung bestätigt dies. In christlichen Krankenhäusern werden für Babys so genannte Nottaufen durchgeführt, wenn sie nicht überlebensfähig sind. Ohne Nottaufe ist das Kind unwiederbringlich der Hölle bestimmt.

Was ist mit jemandem, der weitab der christlichen Gemeinden lebt? Jemand, der nie von Jesus (Friede sei auf ihm) gehört hat und somit nicht an den Opfertod glauben kann? Auch dieser wird nach Meinung der Kirchen in die Hölle gehen.

Aber muss nicht so ein elementar wichtiges Wissen jederzeit und überall erreichbar sein?

Muss die wahre Religion Gottes nicht jedem uneingeschränkt zur Verfügung stehen?

Ist das System ansonsten nicht ungerecht?

Im Islam hingegen erhält jeder aufrichtige Gläubige seinen Lohn; jedem ist der Weg in das Paradies offen, wenn er nur dem Weg Gottes folgt.

Auch diejenigen, die vor der Verkündung des Islams gelebt haben, können, sofern sie an die vorangegangenen Propheten glaubten und dadurch dem Weg Gottes folgten, in das Paradies eingehen.

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm) kam nicht mit einer neuen Religion, sondern er bestätigte und bekräftigte die Urreligion aller Propheten in ihrer vollendeten Form.

Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (,der da predigte): „Dient Allah und meidet die Götzen.“ Dann waren unter ihnen einige, die Allah leitete, und es waren unter ihnen einige, die das Schicksal des Irrtums erlitten. So reist auf der Erde umher und seht, wie das Ende der Leugner war.
(Qur’an Sure, 16:36)

Quelle:WaytoAllah


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