Kann man Allahs Existenz beweisen?

Der Atheismus ist eine Weltanschauung, die die Existenz jeglicher Götter leugnet. Wie ist die islamische Position zum Atheismus, und ist die Existenz Allahs beweisbar?

1. Der Islam verlangt kein „blindes Folgen“ sondern den Gebrauch des Verstands
2. Das Universum beweist seinen Schöpfer
3. Den Schöpfer zu leugnen ist irrational
A. Die Welt ist von alleine entstanden (sie hat sich selbst erschaffen)
B. Die Welt war schon immer da (niemand hat sie erschaffen)
C. Die Welt war nicht schon immer da, sondern hat einen Anfang (ein Schöpfer hat sie erschaffen)

1. Der Islam verlangt kein „blindes Folgen“ sondern den Gebrauch des Verstands

Wenn der Islam die Existenz Allahs, des allmächtigen Gottes lehrt und sie für eine Selbstverständlichkeit erklärt, so verlangt er hierbei nichts, was der Mensch nicht mit seinem Verstand nachvollziehen und nur durch „blindes Folgen“ akzeptieren kann. Der Koran spricht an zahlreichen Stellen den Verstand und das Denkvermögen des Menschen an und ruft dazu auf, Gebrauch von diesen zu machen:

Wir haben die Zeichen klargemacht für Leute, die überzeugt sind.“ (2:118)

In der Schöpfung der Himmel und der Erde; im Unterschied von Nacht und Tag; in den Schiffen, die das Meer befahren mit dem, was den Menschen nützt; darin, daß Allah Wasser vom Himmel herabkommen läßt, und damit dann die Erde nach ihrem Tod wieder lebendig macht und auf ihr allerlei Tiere sich ausbreiten läßt; und im Wechsel der Winde und der Wolken, die zwischen Himmel und Erde dienstbar gemacht sind, sind wahrlich Zeichen für Leute, die begreifen.“ (2:164)

Nunmehr haben Wir die Zeichen ausführlich dargelegt für Leute, die bedenken.“ (12:126)

So ist das Gleichnis der Leute, die Unsere Zeichen für Lüge erklärten. Berichte die Geschichte, auf daß sie nachdenken mögen.“ (7:176)

Somit muss auch die Tatsache, dass Allah existiert, eine Sache sein, die uns unser Verstand bestätigt, und nicht etwas, das unserem Verstand widerspricht.


2. Das Universum beweist seinen Schöpfer

An dieser Stelle seien einige Beispiele erwähnt, die einem Menschen bei genauem Nachdenken beweisen, dass das Universum zweifelsohne einen allwissenden, allmächtigen Schöpfer haben muss.

Folgendes Beispiel: Würde man jemandem glauben, der behauptet, dass eine voll funktionsfähige Lampe in seinem Wohnzimmer ohne jegliche Ursache von alleine entstanden sei und angefangen hätte zu leuchten; dass eine Modelleisenbahn, die in einer festen Bahn um diese Lampe herumfährt ebenfalls aus dem Nichts entstand und ohne Unterbrechung gleichmäßige Kreise um jene Lampe zieht; und dass schließlich ein kleines Aufziehspielzeug kleine Kreise um die Eisenbahn fährt? Jemanden, der solch einem Szenario Glauben schenkt, wird man wohl zu Recht für verrückt erklären. Doch die atheistische Weltanschauung vertritt etwas noch viel Absurderes als dies:

Der Atheismus leugnet die Existenz des Schöpfers. Diese Weltanschauung behauptet, dass die Sonne, die unerschöpfliche, lichtspendende Lampe aus einer unfassbar langen Verkettung von willkürlichen und zufälligen Ereignissen, ohne Einwirkung jedweder Intelligenz oder Weisheit entstanden sei; dass die Welt, welche wie die Modelleisenbahn die Sonne in noch viel perfekterer Weise umkreist, ohne dabei aus der korrekten Bahn zu gelangen; und schließlich dass der Mond, der wie die das Aufziehspielzeug in so systematischer Art und Weise um unsere Erde kreist, dass er uns zur Berechnung unserer Monate dienlich ist — all dies soll aus dem Nichts, von alleine, ohne Einwirkung von Wissen und Weisheit, ohne ersichtlichen Sinn oder Zweck entstanden sein.

Wer dem ersten Szenario, das aus rein mechanischen Elementen besteht, keinen Glauben schenkt, der kann dem zweiten noch weniger Glauben schenken. Denn diese Welt besteht nicht nur aus Kabeln, geschmolzenem Sand und elektrischen Stößen! Die Geschöpfe in unserer Welt sind lebendige Organismen, der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das sich Fragen über sein Dasein stellen kann und anhand seiner Fähigkeit zum Wissenserwerb unglaublichen wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt erreichen kann. Ordnung und System gehen nicht aus Chaos hervor – und noch weniger aus dem Nichts. Das sollte jedem vernünftigen Menschen, der Gebrauch von seinem Verstand und Denkvermögen macht, zeigen, dass diese Welt, in der wir leben, einen Schöpfer haben muss. Ebendieser Schöpfer stellt sich in den heiligen Schriften vor, von denen die letzte der glorreiche Koran ist.


3. Den Schöpfer zu leugnen ist irrational

Obwohl es oft – ohne alle Atheisten über einen Kamm zu scheren – eben jene Leute rationales und kritisches Denken für sich beanspruchen, die sich dem Atheismus zuschreiben, werden wir zeigen, dass der Unglaube an den Schöpfer eine der irrationalsten Dinge ist, die dem Menschen überhaupt möglich sind.

Wenn das Universum also keinen Schöpfer hat, wie der Atheismus behauptet, dann kann es auch keinen Schöpfungsakt gegeben haben. Man sollte also meinen, die Welt sei schon immer da gewesen. Denn wenn sie nicht schon immer da war, dann heißt das, sie ist in einem bestimmten Moment erst von der Erstursache (wir nenn sie Allah) ins Dasein gebracht. Man hat nun also die Wahl: A. Die Welt ist von alleine entstanden (sie hat sich selbst erschaffen) oder B. Die Welt war schon immer da (niemand hat sie erschaffen) oder C. Die Welt war nicht schon immer da, sondern hat einen Anfang (ein Schöpfer hat sie erschaffen).

A. Die Welt ist von alleine entstanden (sie hat sich selbst erschaffen)

Jeder kann leicht erkennen, dass diese Aussage völliger Unsinn ist. Etwas, das noch nicht da ist, kann überhaupt nichts erschaffen, weder sich selbst noch etwas anderes. Eine Person, die sich außerhalb eines Hauses befindet, kann sich nicht selbst von innen die Tür aufmachen. Und ebenso kann eine Welt, die noch nicht existiert, sich unmöglich selbst erschaffen haben. Es ist also nicht möglich, dass die Welt von alleine entstand. Des Weiteren sei gesagt: Jemand, der ernsthaft daran glaubt, dass unser Universum, alle Atome und all die Gesetzmäßigkeiten, die wir vorfinden, von alleine entstanden sind, müsste jegliches wissenschaftliche Denken über Bord werfen. Denn wenn Dinge von alleine entstehen könnten, dann bräuchte man keine Erklärungen und Ursachen mehr zu suchen. „Es hat sich selbst gemacht“ oder „es ist von allein entstanden“ wäre eine ausreichende Antwort, die jeder akzeptieren müsste, wenn sogar das Universum mit all seinen Atomen von alleine entstehen konnte.
B. Die Welt war schon immer da (niemand hat sie erschaffen)

Nun gibt es Leute, die der Frage nach der Entstehung des Universums ausweichen wollen, weil sie sehen, dass ein allmächtiger, allwissender Schöpfer die beste Erklärung ist. Sie weichen der Frage nach der Entstehung des Universums aus, indem sie einfach behaupten, dass Universum sei überhaupt nicht entstanden sondern schon ewig da gewesen und habe keinen Anfang. Wenn das Universum also schon immer da war, dann braucht man auch nicht nach einer Antwort zu darauf zu suchen, wer es denn erschaffen haben könnte. Wir wollen aber aufzeigen, dass der Glaube, das Universum sei ewig und anfangslos, absolut irrational ist. Hierzu geben wir einige Beispiele, die aufzeigen, dass das Konzept von Unendlichkeit in unserer zeitlichen Welt unmöglich ist:

Beispiel 1: Nehmen wir an, eine Person möchte in der Bibliothek ein Buch ausleihen. Ihr wird gesagt, dass eine unendliche Anzahl von Kunden das Buch vorgemerkt hat und vor ihr ausleihen wird. Die Person könne das Buch ausleihen, sobald die unendliche Anzahl anderer Kunden das Buch ausgeliehen und wieder zurückgegeben hat. Unter diesen Bedingungen wird die Person das Buch aber niemals bekommen, denn zuvor müsste ein unendlich langer Zeitraum verstreichen. Wenn die Wartezeit unendlich lang ist, wird sie niemals enden. Exakt so verhält es sich also nun mit unserem Universum: Zu sagen, das Universum habe keinen Anfang, würde bedeuten, dass es eine unendlich lange Vergangenheit hat. Wenn wir in die Vergangenheit forschen, würden wir nie an einen Nullpunkt gelangen, denn die Ewigkeit endet nicht. Wenn also vor uns ein unendlich langer Zeitraum liegt, dann ist es unmöglich, dass wir den jetzigen Zeitpunkt überhaupt erreichen konnten. „Ewigkeit“ gibt es also in dieser zeitlichen Welt nicht, die Ereignisse bauen aufeinander auf und gehen auf einen Ursprung, auf einen Nullpunkt zurück. Folglich kann dieses Universum unmöglich ohne Anfang sein.

Beispiel 2: Nehmen wir an, ein Soldat möchte eine Schießübung durchführen. Damit er feuern kann, muss er jedoch die Erlaubnis von seinem Vorgesetzten einholen. Damit der Vorgesetzte dem Soldaten die Erlaubnis erteilen kann, muss dieser wiederum von seinem Vorgesetzten um Erlaubnis bitten, usw… Wenn diese Kette ewig so weiter geht, wird dieser Soldat jemals feuern? Nein, denn wie in Beispiel 1 müsste er erst einen unendlich langen Zeitraum abwarten. Wenn also jemand behauptet, dass die Welt keinen Anfang habe, sondern schon ewig da war, dann muss sagt er damit auch, dass es vor dem jetzigen Zeitpunkt eine unendliche Kette von Vorereignissen gab. Da es aber unmöglich ist, dass ein unendlich langer Zeitraum jemals endet, kann auch der jetzige Zeitpunkt niemals entstanden sein. Folglich kann die zeitlich begrenzte Welt, in der wir leben, unmöglich anfangslos oder ewig sein, sondern sie hat einen Anfang und einen Nullpunkt.
C. Die Welt war nicht schon immer da, sondern hat einen Anfang (ein Schöpfer hat sie erschaffen)

Wenn die Welt also einen Anfang hat, und sich unmöglich selbst erschaffen haben kann, dann kann die Frage nach diesem Anfang nicht einfach ignoriert werden. Die einzige Erklärung, die dann noch übrig bleibt, ist, dass derjenige die Welt erschaffen hat, der dazu imstande war, nämlich ein allmächtiger, allweiser, allwissender Gott.

Ob wir diesen Schöpfer nun „Allah“ nennen oder anders, spielt hierbei zunächst keine Rolle. Wenn wir uns nur das Universum anschauen und nachdenken und zu dem Ergebnis kommen, dass es sich unmöglich selbst erschaffen haben kann und dass es unmöglich ewig sein kann, sondern einen Schöpfer braucht, wissen wir daraus noch nicht, welche Religion die richtige ist, wie wir diesen Gott nennen sollen oder was er von uns verlangt. Ab diesem Punkt ist es unsere Aufgabe, die einzelnen Religionen zu untersuchen, die von sich behaupten, eine Offenbarung von diesem Schöpfer zu sein, dessen Existenz wir eben bewiesen haben.


Quelle:FragenzumIslam


Kommentare

Eine Antwort zu „Kann man Allahs Existenz beweisen?“

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