Koran und Wissenschaft (1/2)

 


Der Qur’ãn enthält keine einzige Aussage, die den gesichertsten Erkenntnissen unserer Zeit widersprechen würde. Er beschreibt eine große Zahl von Fakten, die erst in jüngster Zeit entdeckt wurden, bzw. die gerade jetzt erforscht werden.


Die Bildung des Universums:




Foto: NASA/ESA/ESO/Wolfram Freudling et al. (STECF)

 

Was existierte ursprünglich im unendlich weiten Weltraum, den die Galaxien einnahmen?

Die moderne Wissenschaft kann diese Frage erst ab einer gewissen Epoche der Entwicklung des Universums beantworten, kann aber nicht sagen, welche Zeit uns von dieser trennt. Über die am weitesten zurückliegenden Zeiten, zu denen sie sich äußern kann, hat die moderne Wissenschaft allen Grund zur Annahme, daß das Universum aus einer gasförmigen Masse bestand, die sich langsam drehte und vorab aus Wasserstoff und einem Teil Helium zusammengesetzt war. Dieser Nebel hat sich später in zahlreiche Fragmente geteilt.

Eine weitere Zerstückelung führte zur Bildung der Gestirne. Dann folgte ein Prozeß der Kondensation; Gravitationskräfte und somit auch thermo-nukleare Reaktionen kamen ins Spiel; durch Fusion bilden sich schwere Atome aus leichteren; so vollzog sich der Übergang vom Wasserstoff zum Helium, dann zum Kohlenstoff und Sauerstoff, schließlich zu den Metallen und Nichtmetallen. Auch die Planeten, und insbesondere die Erde , stammen aus dem Spaltprozeß, der von dem ursprünglichen Bestandteil ausging, dem Urnebel des Anfangs.

Da in diesem Spaltprozeß eine fast unendlich große Menge an Sonnen und Planeten entstanden ist, ist es sehr wahrscheinlich, daß es im Universum etwas gibt, das der Erde mehr oder minder ähneln könnte.

Was sagt der Qur’ãn ? Bewiesen wird dieser Gedanke durch den ersten Vers im Qur’ãn : “ Lob sei Allah, dem Herrn der Welten“ (Al-Fatiha 1:2).

Der Ausdruck „Welten“ kommt mehrere dutzendmal im Qur’ãn vor. Sure 65, Vers 65:

Gott ist es , Der sieben Himmel geschaffen hat, und von der Erde ebensoviel…„, wobei 7 im Altarabischen im Sinne von „zahlreich“ benutzt wurde.

In zwei Versen gibt Allah im Qur’ãn eine kurze Synthese der Phänomene, die den fundamentalen Prozeß der Bildung des Universums bestimmten: Sure (Al-Anbiyá) Die Propheten, Vers 30:

Haben denn diejenigen, die ungläubig sind, nicht gesehen, daß Himmel und Erde eine zusammenhängende Masse waren, worauf Wir sie getrennt und alles was lebendig ist, aus Wasser gemacht haben? Wollen sie denn nicht glauben ?

Dann wandte Er Sich zum Himmel, welcher noch Nebel war, und sprach zu ihm und zu der Erde…“ “ Sure Fussilat, Vers 11:

Wir halten fest :

a.) es wird die Existenz einer gasförmigen Masse mit feinen Partikeln, nämlich Rauch oder Nebel bestätigt.

b.) es wird der Prozeß der Trennung einer einheitlichen Urmasse („zusammenhängende Masse“) erwähnt.

Die Astronomie im Quran:



Newton-Reflektorteleskop

 

1.) Wie wir heute wissen, spendet die Sonne uns Wärme und Licht. Der Mond aber strahlt kein Licht aus, obwohl es uns nachts so erscheint; vielmehr reflektiert er das Licht der Sonne und hellt dadurch wie ein Spiegel unsere Erde auf. Auch der Qur’ãn macht zwischen beiden einen Unterschied.

Er bezeichnet die Sonne als eine Leuchte, da nur sie aktiv Licht ausstrahlt: Sure 25, Vers 61: “ Voller Segen ist Er, Der am Himmel Tierkreiszeichen schuf, und Der daran eine Leuchte und einen hell scheinenden Mond angebracht hat.

2.) Sure 55, Vers 5:

Die Sonne und der Mond folgen einer Berechnung.

Sure 14, Vers 32-33:

Allah hat… die Sonne und den Mond in euren Dienst gestellt, die beide ihre Bahn durchlaufen…

Sure 21, Vers 33:

Allah ist Der, Der die Nacht, den Tag, die Sonne und den Mond schuf. Jedes von ihnen bewegt sich auf einer Umlaufbahn mit einer eigenen Bewegung.“

Sure 36, Vers 40:

Es steht der Sonne nicht zu, den Mond einzuholen, noch der Nacht, dem Tag vorauszueilen. Jeder (der beiden) bewegt sich auf einer Umlaufbahn mit einer eigenen Bewegung

So wird mit Deutlichkeit ein wesentliches Faktum angesprochen: die Existenz von eigenen Umlaufbahnen für den Mond und die Sonne, und es wird auf die Fortbewegung dieser Körper im All durch eine eigene Bewegung angespielt. Auch wird deutlich, daß sich die Sonne auf einer Umlaufbahn bewegt, ohne jegliche Präzisierung des Verhältnisses dieser Umlaufbahn zur Erde.

Zur Zeit der Qur’ãnischen Offenbarung glaubte man, daß sich die Sonne um die Erde als Fixpunkt bewege. Dieses System wurde von Ptolemäus im 2. Jh. v. Chr. bis Kopernikus im 16. Jh. für gültig gehalten. Diese falsche Vorstellung taucht nirgendwo im Qur’ãn auf, obwohl er im 7. Jahrhundert entstanden ist.

Was die Umlaufbahn des Mondes betrifft, so ist heute die Auffassung verbreitet, daß der Mond als Satellit der Erde diese mit einer Periodizität von 29 Tagen umkreist. Die Umlaufbahn der Sonne kann man sich schwerer vorstellen, da wir daran gewöhnt sind, unser Sonnensystem als um sie herum angeordnet zu betrachten.

Um die Qur’ãnverse zu verstehen, muß man die Situation der Sonne in unserer Galaxis betrachten und sich folglich der Vorstellung der modernen Wissenschaft bedienen: Unsere Galaxis umfaßt eine beträchtliche Anzahl von Gestirnen, die in einer Scheibe angeordnet sind, die in ihrem Zentrum dichter ist als an der Peripherie. Die Position der Sonne ist vom Zentrum der Scheibe entfernt. Da sich die Galaxis selbst um die Achse ihres Zentrums dreht, folgt daraus, daß die Sonne um dieses Zentrum eine Kreisbahn beschreibt. Das ist die Bewegung der Sonne auf ihrer Umlaufbahn, die der Qur’ãn vor fast vierzehn Jahrhunderten verkündete. Der Beweis ihrer Existenz und ihrer Koordinaten ist eine Errungenschaft der modernen Astronomie.

3.) Wiederholt erinnert uns Allah im Qur’ãn daran, daß „Gott Sonne und Mond in den Dienst gestellt hat, jedes (der beiden Gestirne) durchläuft seine Umlaufbahn auf eine bestimmte Frist“.

Man findet diesen Satz in Sure 13, Vers 2; Sure 31, Vers 29; Sure 35, Vers 13; Sure 39, Vers 5. Darüber hinaus wird die Vorstellung einer bestimmten Frist mit der eines Bestimmungsorts verbunden:

Sure 36, Vers 38: „Und die Sonne läuft einem festen Ort zu, der ihr eignet. Das ist die Anordnung des Allmächtigen, des Allwissenden.“

Was ergibt eine Gegenüberstellung dieser Aussagen mit den von der modernen Wissenschaft aufgestellten Gegebenheiten? Der Qur’ãn schreibt der Sonne eine Entwicklungszeit und einen

Bestimmungsort zu. Auch dem Mond setzt er eine Frist. Um die mögliche Bedeutung dieser Aussagen zu verstehen, muß man sich der modernen Kenntnisse über die Entwicklung der Gestirne im allgemeinen und die der Sonne im besonderen erinnern.

Das Alter der Sonne wird von Astrophysikern auf viereinhalb Milliarden Jahre geschätzt. Wie bei allen Gestirnen kann man auch bei ihr bestimmte Entwicklungsstadien festlegen. Die Sonne befindet sich gegenwärtig in einem ersten Stadium, das durch die Umwandlung von Wasserstoff in Heliumatome charakterisiert ist; nach erfolgten Berechnungen, die diesem Stadium bei einem Gestirn vom Typ der Sonne eine Gesamtdauer von zehn Milliarden Jahren geben, müßte ihr jetziges Stadium theoretisch noch fünfeinhalb Milliarden Jahre andauern. Auf dieses Stadium folgt eine zweite Periode, die durch den Abschluß der Umwandlung des Wasserstoffs in Helium charakterisiert ist, mit der Folge einer Erweiterung der äußeren Schichten und der Abkühlung der Sonne. Im Endstadium ist die Leuchtkraft stark reduziert.

Dies ist also die Frist, von der uns Allah berichtet.

Der zweite, hier zitierte Vers (Sure 36, Vers 38 s.o.) sprach von der Sonne, die auf einen bestimmten, ihr eigenen Ort zuläuft. Die moderne Astronomie legt ihn genau fest und hat ihm sogar den Namen Sonnen-Apex gegeben: Das Sonnensystem strebt tatsächlich im All einem Punkt in der Konstellation des Herkules zu, der in der Nähe des Sterns Vega (Lyrae) liegt, dessen Koordinaten genau festgestellt wurden; die Bewegung vollzieht sich erwiesenermaßen mit einer Geschwindigkeit in der Größenordnung von 19 Kilometern in der Sekunde.

Das grandioseste Phänomen, das die moderne Wissenschaft entdeckt hat, ist die Ausdehnung des Universums. Die Auffassung als solche steht heute fest, diskutiert wird nur über das Muster, nach dem sie sich vollzieht. Die Ausdehnung des Universums wurde aufgrund der Relativitätstheorie angenommen; physikalisch gestützt wird sie durch Spektralanalysen der Galaxien:

Die systematische Verschiebung ihres Spektrums zum Roten hin erklärt sich wahrscheinlich durch das Auseinanderstreben der Galaxien.

Ist der folgende Qur’ãnvers (Sure 51, Vers 47) nicht wieder eine Bestätigung hierfür?

Mit (Unserer) Kraft haben wir das Universum erbaut und Wir sind wohl imstande, es auszudehnen.“

 




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