Warum trägt die Muslima das Kopftuch?

Das Kopftuchgebot ist einer der Hauptkritikpunkte der westlichen Welt bezüglich des Islam, weswegen dieses Thema im Folgenden erläutert sein soll.

1. Diskriminiert das Kopftuch die Frau?
2. „Es zählen doch die inneren Werte“?
3. Schlussfolgerung

1. Diskriminiert das Kopftuch die Frau?

Das Kopftuch ist eines unter den vielen Beispielen, das eine Pflicht darstellt, die nur eines der beiden Geschlechter betrifft. Dieser Umstand, dass das Kopftuch nur für eines der Geschlechter eine Pflicht darstellt, hat wie bereits erläutert keinen Einfluss auf die Gleichstellung der Geschlechter oder den Wert eines Geschlechts. Hier empfehlen wir für das grundlegende Verständnis der Geschlechter im Islam, folgenden Artikel zu lesen.

Auf die Frage nun, ob das Kopftuch an sich eine Diskriminierung darstellt, sollte man zunächst schauen, mit welcher Intention der Koran der Frau das Kopftuch gebietet und ob darin diskriminierende Elemente enthalten sind:

Oh Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder reichlich über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie dann (als fromme Frauen) erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.
(Sura 33, Vers 59)

In diesem Vers werden also folgende Punkte im Zusammenhang mit der Weisheit hinter dem Kopftuch erwähnt:

Die Frau macht dadurch, dass sie durch das Kopftuch ihre Religion öffentlich zur Schau stellt, anderen, fremden Menschen, besonders Männern, ihre Frömmigkeit deutlich und vermeidet somit von Vornherein Einladungen und Verführungen die der islamischen Moral widersprechen.
Als Folge davon, vermeidet sie ebenfalls (sexuelle) Belästigung, belästigende Blicke oder dergleichen fremder Männer. Um zu unterstreichen, welch enormes Problem dies, besonders in Deutschland, darstellt, sei beispielsweise auf folgende Statistik verwiesen: Statistik der sexuellen Belästigungen

Hier wird bereits erneut deutlich, dass auch das Kopftuch ein Gebot den natürlichen Veranlagungen der beiden Geschlechter entsprechend ist:

Die Frau ihrerseits ist aufgrund ihrer im Vergleich zum Mann geringeren, physischen Stärke, Männern im Falle einer tatsächlichen, körperlichen Belästigung, unterlegen und somit stets in der Gefahr Opfer eines dementsprechenden Delikts zu werden. Der Mann seinerseits ist seinem sexuellen Trieb weitaus unterlegener als die Frau, weshalb er seinerseits viel eher zu solcherlei Ungerechtigkeiten neigt.

Das Kopftuch, bzw. die allgemein islamische Kleidungsweise der Frau also wirkt dementsprechend vorbeugend, da sie keine belästigenden Blicke auf sich zieht.

Jedoch muss hier gesagt werden, dass dem Mann durch den Islam genau so Pflichten zuteil werden, die zum reibungslosen Miteinander der Geschlechter beitragen: So befiehlt es der Koran den Männern, ihre Blicke zu senken.

Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden senken und ihre Keuschheit wahren sollen.
(Sura 24, Vers 30)

Ebenso soll hier erwähnt werden, dass auch den Mann betreffend gewisse islamische Gebote bezüglich seiner Kleidungsweise in der Öffentlichkeit existieren: So ist es dem Mann ebenfalls verboten zu enge oder aufreizende Kleidung zu tragen, wie zu enge Hosen, zu weite Kragenausschnitte, geöffnete Hemden, kurze Hosen, grelle Farben und so weiter.

Das heißt, sowohl der Mann als auch die Frau, haben ihre Scham vor Fremden zu wahren, die Frau jedoch, da der Mann eher seinen Trieben unterliegt und das Äußerliche der Frau stärker auf Männer wirkt als das Äußerliche des Mannes auf die Frau, in höherem Maße. Entsprechend jedoch hat der Mann seinerseits die Pflicht, seine Blicke bezüglich fremder Frauen zu senken, wodurch beide Geschlechter ihren jeweiligen Teil dazu beitragen und beide Geschlechter jeweils auf die Stärken und Schwächen des anderen eingehen. Dieses Verhältnis, die gegenseitige Ergänzung, macht der Koran durch folgenden, aussagekräftigen und wunderbaren Vers deutlich:

Sie [die Frauen] sind euch [den Männern] ein Gewand und ihr seid ihnen ein Gewand.
(Sura 2, Vers 187)

Betrachtet man die Eigenschaften eines Gewands, so erkennt man darin folgende:

ein Gewand bietet Schutz
ein Gewand kann Fehler verborgen halten
ein Gewand bietet Wärme
usw..

Das Verhältnis der Geschlechter im Islam ist also auf gegenseitigem Schutz, Vertrauen, Hilfe und Zuneigung aufgebaut. Auch hier sei erneut bereits erwähnter Vers angeführt:

„Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“
(Sura 30, Vers 21)

2. „Es zählen doch die inneren Werte“?

Kein vernünftiger Mensch wagt es dem Grundsatz zu widersprechen, dass es nicht das Äußere eines Menschen, sondern seine charakterlichen Eigenschaften sind, die diesen ausmachen und ihm Wert verleihen. So ist jedem die Phrase „Es zählen doch die inneren Werte“ wohlbekannt und keiner bezweifelt die Richtigkeit dieses Ausspruchs. Im Falle des Kopftuchs jedoch wird hier ein unfassbar widerlicher Doppelstandard deutlich, denn das Kopftuch, welches eben verlangt, dass die Frau nicht auf ihr Äußeres reduziert wird, wird plötzlich als Diskriminierung der Frau propagiert. Der Widerspruch ist unübersehbar:

Einerseits behauptet eine so genannte „emanzipierte“ Gesellschaft von sich, Frauen nicht auf ein sexuelles Objekt und somit auf ihr Äußeres zu reduzieren, im gleichen Atemzug jedoch wird die Verhüllung ihres Äußeren besonders von genau jenen Gesellschaften als Diskriminierung bezeichnet. Dieser lächerlichen Vorgehensweise sei mit folgendem Koranvers Genüge getan:

Welch schwerwiegende Abscheu erregt es bei Allah, dass ihr sagt, was ihr nicht tut.
(Sura 61, Vers 3)

Sie sagen mit ihren Mündern, was nicht in ihren Herzen ist. Doch Allah weiß sehr wohl, was sie verbergen.
(Sura 3, Vers 167)

Diese Ironie wird weiterhin durch die Tatsache bestärkt, dass besonders die europäischen Länder und Nordamerika in Massenmedien vom Körper der Frau in verschiedensten Formen als Marketingobjekt Gebrauch machen. So könnte man als Beispiel populäre Deo-, Auto-, Eis- oder Shampoohersteller aufzählen, deren Werbung sich beinahe ausschließlich auf das Zeigen anzüglich gekleideter – oder eben nicht bekleideter – Frauen beschränkt. Als Folge dieses Trends entspringt auch der vermeintliche Schönheitswahn – besonders unter beeinflussbaren, weiblichen Jugendlichen – der in Schönheitsoperationen, ungesunden Diäten, Unzufriedenheit und massivem Druck mündet, wozu folgende Zitate aufgeführt sein sollen:

„Zwei von drei Jungen (62 Prozent) fühlen sich wohl im eigenen Körper, bei den Mädchen sind es nur knapp die Hälfte (46 Prozent).[…]
Ein Viertel der Mädchen – damit doppelt so viele wie Jungen – fühlen sich zu dick. Während 74 Prozent der Jungen das Urteil „zu dick“ als wenig oder gar nicht zutreffend zurückweisen, tun dies nur knapp 50 Prozent der Mädchen. Das gängige, extrem schlanke Schönheitsideal beeinflusst Mädchen offenbar sehr viel stärker als männliche Jugendliche.[…]
Der Aussage „Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich eine Schönheitsoperation machen lassen“ stimmen immerhin 7 Prozent mit „vollständig“ und 10 Prozent mit „ziemlich“ zu.“
Quelle: http://www.jugendhilfeportal.de

Hier kommt die Frage auf, was dies mit einer Gleichstellung der Frau, die kontinuierlich gepredigt wird, zu tun hat? Dass der Islam diesen ernstzunehmenden Problemen unter jugendlichen und auch erwachsenen Frauen und Mädchen vorbeugt, wird schlicht und ergreifend ignoriert, im Gegenteil, es wird ihm die Diskriminierung der Frau unterstellt.

Es soll klar gestellt werden, dass dies in keinster Weise ein Angriff auf die hiesige Gesellschaft und Kultur darstellen soll, da wir uns von jeglicher Art des Schürens von Hass distanzieren wollen. Was wir wollen ist lediglich, die Denkweise der westlichen Welt bezüglich des Kopftuches genau zu hinterfragen und die Doppelstandards, die diesbezüglich ohne Zweifel bestehen, anzusprechen.
3. Schlussfolgerung

Wir haben bereits bewiesen, dass das Kopftuchgebot und die Hintergründe mit denen der Koran es erwähnt, keine diskriminierenden Elemente beinhaltet:

„Oh Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder reichlich über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie dann (als fromme Frauen) erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.“
(Sura 33, Vers 59)

Es sei hier am Rande, da jene Vorwürfe des Kopftuches besonders seitens christlich-kulturell geprägter Gesellschaften laut werden, vergleichsweise das neu-testamentliche Kopftuchgebot erwähnt:

„Ein jeglicher Mann, der betet oder weissagt und hat etwas auf dem Haupt, der schändet sein Haupt. Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebensoviel, als wäre es geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr das Haar ab. Nun es aber übel steht, dass ein Weib verschnittenes Haar habe und geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken. Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, sintemal er ist Gottes Bild und Ehre; das Weib aber ist des Mannes Ehre. Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne. der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen. Darum soll das Weib eine Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.“
(1. Brief an die Korinther, Kapitel 11, Verse 4 – 11)

Von jenen Aussagen, der Mann sei im Gegensatz zur Frau Gottes Bild und Ehre, welches dem Mann eine stärkere Nähe zu Gott und Gott somit Ungerechtigkeit unterstellt, möchten wir uns an dieser Stelle distanzieren und die Antwort auf die Frage, ob der Koran oder das Neue Testament das Kopftuch als ein Zeichen der Diskriminierung versteht, jedem selbst überlassen.

Ob das islamische Kopftuch nun eine Frau diskriminiert oder nicht, hängt schlicht und ergreifend von der Betrachtungsweise ab. Wenn eine Gesellschaft einer Frau – bewusst oder unbewusst – lehrt, dass sie durch ihr Äußeres definiert wird und dass ihr Aussehen ihr in der Öffentlichkeit Beliebtheit und Ansehen verschafft – was in hiesigen Gesellschaften oft der Fall sein kann – dann muss man sagen, ist es sehr natürlich, dass das Kopftuch diskriminierend wirkt, da es etwas verbirgt, wodurch die Frau zweifelhaftes Ansehen und Beliebtheit erlangt. Hier muss man sich jedoch die Frage stellen, ob das Problem eventuell nicht viel eher bei den zugrunde liegenden Werten und nicht beim Kopftuch selbst liegt.

Aus islamischer Sicht sollte das Ziel eines Menschen sein, das Wohlgefallen des allmächtigen Gottes zu erlangen und seinen Charakter zu verbessern und zu stärken, so wie der Koran es durch folgende Verse erklärt:

Sie glauben an Allah und den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche und beeilen sich mit den guten Dingen. Jene gehören zu den Rechtschaffenen. Und was sie an Gutem tun, das wird ihnen nicht ungedankt bleiben. Und Allah weiß über die Gottesfürchtigen Bescheid.
(Sura 3, Verse 14-15)

Ebenso sagte der Prophet Muhammed ع.ص.م:

Allah schaut nicht auf euer Äußeres. Er achtet nur auf eure Herzen.
(Muslim)

Aus dieser, islamischen Perspektive ergibt sich also, dass das Äußere des Menschen von keiner Bedeutung ist und insofern ist das Vorenthalten des Äußeren der Frau für die enge Verwandtschaft und den Ehepartner auch nicht von diskriminierendem Charakter.

Es sei als Faktum festgehalten, dass die Frau, die das Kopftuch trägt jedoch durchaus Diskriminierungen seitens der Gesellschaft, nicht nur in der westlichen Welt – die sich als alleiniger Versteher und Bewahrer der Frauenrechte ausgibt – , erleidet, indem ihr verboten wird bestimmte Berufe auszuüben, Schulen oder Universitäten zu betreten und sie in den Medien von morgens bis abends geschmäht und Thema zahlreicher Debatten wird – dies allein aufgrund ihres Äußeren, was sehr bedenklich ist.

Zu guter letzt sei folgender Koranvers erwähnt, der bereits deutlich machte, dass die gläubigen, islamischen Frauen bodenlosen Angriffen und Beleidigungen aufgrund ihrer Religion ausgesetzt sein würden:

Ihr werdet ganz gewiss in eurem Besitz und in eurer eigenen Person geprüft werden, und ihr werdet ganz gewiss von denjenigen, denen die Schrift vor euch gegeben wurde, und denen, die (Allah etwas) beigesellen, viel Beleidigendes zu hören bekommen. Doch wenn ihr standhaft und gottesfürchtig seid, so gehört dies gewiss zur Entschlossenheit (in der Handhabung) der Angelegenheiten.
(Sura 3, Vers 186)


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