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Wer sind Boko Haram?

11046630 10202507937859693 5316461623188988462 nBoko Haram haben gegen sämtliche religiösen und zivilen Normen der Menschenrechte verstoßen, indem sie mehr als 200 Mädchen entführten, um sie als Sklaven zu verkaufen. Es ist eine Gruppierung, die sich als islamisch bezeichnet, aber aus Sicht der Muslime haben sie gar nichts mit dem Islam zu tun. Sie beanspruchen für sich, eine von Gott gesegnete Sekte zu sein und sie sind von der Souveränität ihres eigenen Konzeptes von religiösen Gesetzen unter der Herrschaft und Zuständigkeit der Männer überzeugt. Wer sind die Boko Haram? Was ist ihre Ideologie?

In Maiduguri, einer Stadt im Nordosten von Nigeria, gründete Mohammad Yusuf, der seit 1995 zu einer Gruppierung namens Schabaab unter der Führung von Mallam Lawal gehörte, ein Jahr nach dem 11. September 2001 die Jamaat Ahl as-Sunna lid-dawa wal-Jihad (Gruppe der Leute mit Tradition für Bekehrung und Dschihad) in der lokalen Sprache Hausa unter dem Spitznamen Boko Haram bekannt.

Seit ihrer Gründung hat die Gruppierung die Verantwortung für die Ermordung von mehr als 10‘000 Menschen übernommen; Muslime und Nichtmuslime. Dazu gehören noch drei Splittergruppen, die in Borno, Adamawa, Kaduna, Bauchi, Yobe und Kano aktiv sind.

Die Ideologie der Führung ist von dem verstorbenen nigerianischen Priester Mohammed Marwa (gestorben 1980) besser bekannt unter seinem Spottnamen Maitatsine, einem Hausa Wort, das „derjenige, der verdammt“ bedeutet, in Anlehnung an seine von Flüchen geprägten öffentlichen Reden gegen den nigerianischen Staat.

Maitatsine stammte ursprünglich von Mawra im Nordosten von Nigeria, einst Teilgebiet von Kamerun. Er zog um 1945 nach Kano in Nigeria, wo er wegen seiner kontroversen Lehren des Korans berüchtigt war. Er gab sich als Prophet aus und Mudschadid (Erneuerer) nach dem Bilde von Scheich Usman dan Fodio. Er lehnte die Hadithe (Überlieferungen) und die Sunna (Tradition) ab und bezeichnete das Lesen eines anderen Buches außer dem Koran als Kufr (Unglaube). Er leugnete den Propheten Muhammad ﷺ und beanspruchte selbst ein Prophet zu sein. Er sprach sich gegen die Benutzung von modernen elektronischen Gadgets aus, ebenso Transportmittel, wie das Fahrrad und andere.

Das Ziel von Boko Haram ist die Bildung eines auf der Scharia basierenden nigerianischen Staates. Der Einfluss des Westens auf das Land und die Region soll verhindert werden. Die Gruppierung hat grundsätzlich keinen Kontakt mit Muslimen und jeder, der ihr widerspricht wird getötet. Sie sind überzeugt, eine errettete Sekte zu sein. Als privilegierte Gruppierung ist das Studium moderner Disziplinen verboten. Sie sind gegen den Aufbau von Schulen, vor allem Mädchenschulen. Obwohl die Gruppierung Saudi Arabien wegen ihrer Verwestlichung abgeneigt ist, akzeptiert sie gewisse Erlasse von in Saudi Arabien angesehenen Gelehrten, wie Ibn Taymiyyah um ihre Anwendung von Gewalt zu rechtfertigen.

Es ist wenig darüber bekannt, wie sich die Gruppierung finanziert. Wer gibt ihr die Mittel, um Waffen und Munition zu kaufen? Wer unterstützt sie finanziell? Wie ist es möglich, dass sie moderne elektronische Gadgets benutzen, um mit verschiedenen Gruppierungen in der Welt in Kontakt zu sein? Was für Literatur verbreiten sie unter sich und wer druckt sie?

Klar ist, dass ihr Verständnis vom Islam auf zwei Ideen basiert: selbst ernannter religiöser Überlegenheit und männlichem Chauvinismus. Da sie glauben, sie seien eine errettete Sekte, können sie tun und lassen was sie wollen, da sie weder jetzt noch am Tag des Gerichts zur Rechenschaft gezogen werden. Sie glauben, das Nichtmuslime keine Rechte haben und wegen dem Predigen ihrer Religion es verdienen getötet zu werden. Sie glauben, Modernisierung sei gleichbedeutend mit Verwestlichung und beides schade den Muslimen. Sie wollen in einer Welt leben, wo sie – die Männer – das Sagen haben und die Frauen und Kinder ihnen als Sklaven du dienen haben. Sie bezeichnen alle anderen muslimischen Sekten entweder als kafir (nichtgläubig) oder murtad (abgefallen) und ihre Ermordung ist eine religiöse Pflicht. Sie befürworten Sklaverei, Unterwerfung der Frau, Zerstörung von Gebetsstätten der Nichtmuslime und abweichenden muslimischen Sekten; auch Polygamie und Konkubinate, wobei sie diese Frauen durch bewaffneten Dschihad gegen abweichende muslimische Sekten erhalten, und Verheiratung ihrer Töchter in jungem Alter. Sie rechtfertigen ihren Standpunkt zur Sklaverei, zum Status der Frauen, zur Ablehnung moderner Bildung und zum Einsatz von Gewalt mit Versen aus dem Koran und Hadithen.

Es ist offensichtlich, dass ihr Verständnis des Islams auf Ideologien basiert, deren Wurzeln in ihre Stammesgeschichte und Rechtsordnung reichen. Es stützt sich auf eine Auslegung des Korans, wonach ein stetiger Kampf gegen Andersdenkende geführt werden soll.

Obwohl die Gruppierung nicht zugibt, gegenüber der Botschaft des Korans ignorant zu sein, entsprechen ihre Ideen den Gewohnheiten der vorislamischer Zeit in Arabien. Sie lassen die damaligen Praktiken aufleben und verwenden dafür die islamische Terminologie.

Boko Haram ist nicht die einzige muslimische Gruppierung mit solchen Ideen auf der Welt. Auch andere nehmen Koran und Sunna als Lizenz zur Anwendung von Gewalt und Terror zur Verfolgung ihrer eigenen Interessen. Es ist eine große Herausforderung für die Muslime, diese Menschen davon zu überzeugen, dass der Islam nicht zu Gewalt und Terror aufruft. Die Existenz solcher Gruppierungen macht sichtbar, dass die islamischen Gelehrten an dieser Herausforderung gescheitert sind. Doch die Bemühungen müssen auf allen Stufen weiter gehen; politisch, militärisch und vor allem religiös.

Dr. AslamAbdullah, Direktor der Islamic Society of Navada, Vizepräsident des Muslim Council of America (MCA) und designierter Präsident des Nevada Interfaith Council. Er ist Autor von mehreren Büchern und veröffentlichte mehr als 400 Essays zu islamischen und aktuellen Fragen. Er dozierte an Colleges in Indien und den USA. Er ist auch Chef-Redaktor des auflagenstärksten amerikanischen Wochenblatts The Muslim Observer.

IslamiCity

Übersetzt von

Der wahre Islam


Kommentare

Eine Antwort zu „Wer sind Boko Haram?“

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