Friede und Harmonie nicht Intoleranz und Extremismus

Der Islam ist Salaam (Friede) und Taslim (Hingabe zu Gott). Friede ist ein wesentlicher Bestandteil des Islam; es geht um einen Grundsatz und jede gläubige Person hat die moralische Pflicht, Frieden unter Wahrung von Gerechtigkeit und Glaubhaftigkeit zu erhalten. Der Islam lädt ein zum Subul as-Salaam (Weg des Friedens); Seelenfrieden, ruhiges Gewissen, Friede in der Familie und Gesellschaft, Friede mit dem Schöpfer sowie Seiner Schöpfung. Eine der Eigenschaften vom Schöpfer ist As-Salaam (Quelle des Friedens) und die Muslime pflegen den einheitlichen Gruß: as-Salamu ‘alaykum (Friede sei mit euch). Die abschließende und endgültige Belohnung für die Anstrengung der Menschen ist das Paradies, welches im Koran als Dar-us-Salaam (Friedenspalast) bezeichnet wird.

Die Gläubigen sollen eine Umma (Gemeinschaft) bilden, die als Vorbild für andere dient, wie es im Koran beschrieben ist: „Und so haben Wir euch zu einer Gemeinschaft der Mitte gemacht, damit ihr Zeugen über die (anderen) Menschen seiet und damit der Gesandte über euch Zeuge sei.“ (Koran 2:143) Mit dem Fehlen von Balance durch Wasatiyyah (Ausgeglichenheit) entsteht Extremismus. Wasatiyyah ist ein Gegenmittel zu Ghuluww (Übermäßigkeit), Tanattu` (Grobheit), Tashaddud (Strenge) und Tatarruf (Extremismus) in allen Formen.

Warum Intoleranz?
Wie kommt es dann, dass einige Muslime so intolerant gegenüber anderen Religionen sind und sich an grausamen und schrecklichen Taten von Gewalt und sinnlosem Töten beteiligen? Haben sie vergessen, wie der Prophet ﷺ mit Andersgläubigen umging? Es scheint als ob einige Muslime das gesunde Verständnis der Lehren aus unserem Glauben verloren haben und die noblen Grundsätze des Islam durch Zornausbruch und Hasstirade ersetzen. Es gibt im Islam keine Aufforderung oder Lehre, die als Basis für Gewalt und Mord herangezogen werden kann. Diejenigen, die in irgendeiner Form sinnloses Töten planen und anordnen, sind die schlechtesten Vertreter ihrer Religion und die Feinde ihrer Gemeinschaft. Die Täter von mutwilligen Gewaltakten im Namen des Islam fügen dem Islam einen schweren Schaden zu. Andere sind stolz, Muslim zu sein, so unislamisch ihr Verhalten sein mag. Dann gibt es noch diejenigen, die Gewalttaten bejubeln, weil sie selber auch zu aggressiven Menschen wurden.

Fanatiker sind eine Plage für die Religion.
Extremisten, ob reaktionär oder radikal, sind ein Fluch der Religion. Reaktionäre Extremisten wollen keinen Pluralismus; sie sehen die Welt nur schwarzweiß, gute und schlechte Bedingungen. Sie sind gut und wer ihnen widerspricht ist schlecht. Unter den Muslimen sind es diejenigen, die jeden Muslim, der sein Verständnis des Koran und des Glaubens nicht erklären kann, ‚exkommunizieren‘. Sie benützen Takfir (Bezeichnen eines Muslims als Ungläubigen) und Rufmord als Mittel um jegliche Kritik an ihnen zu marginalisieren.

Radikale Extremisten unterscheiden sich nur darin, dass sie Gewalt für ihre Anliegen anwenden nach dem Motto: der Zweck heiligt die Mittel. Ihnen ist jedes Mittel recht, wenn es um ihre Anliegen geht. Das ist ganz klar antiislamisch. Im Islam müssen die Mittel dem edlen Ziel entsprechen. Ein Mittel, das nicht die Wahrheit und Ethik des Islam widerspiegelt, gehört nicht zum Islam und muss als Abweichung abgewiesen werden. Im Islam gibt es keine geheime Verschwörungsgesellschaft, von der niemand weiß, was sie planen. Die Absichten und Ziele des Islam sind offengelegt und werden von wahrhaftigen Menschen überall durch ihre Weisheit und Tradition als rein und stimmig erkannt. Der Islam erlaubt es einem Muslim niemals, einen unschuldigen und hilflosen Menschen zu töten.

Durch den Stempel ‚islamisch‘ wird keine Sache gerechtfertigt.
Akzeptiere! nur weil du religiös bist, heißt das nicht, dass du im Recht bist. Die islamischen Werte zu verbreiten ist eine edle Tat; das setzt aber eine entsprechende, angepasste Vorgehensweise voraus. Andere zu zwingen kann niemals ein akzeptabler Weg sein, schon gar nicht der erste Weg, wo doch unser Din (Lebensordnung) uns befiehlt, niemanden unter Druck zu setzen. Nur weil sich eine Handlung aufdrängt, heißt das nicht, dass jegliche Handlung gut ist; und nur weil etwas in religiösem Eifer gemacht wird, ist kein Beweis, dass es islamisch richtig ist.

Nach dem Koran (5:32) gilt für die Muslime, was schon für die Kinder (Stämme) Israels verordnet wurde: „… dass jeder, der einen Menschen tötet – es sei denn als Vergeltung für Mord oder Unheilstiftung auf Erden – gleichsam die ganze Menscheit tötet.“ „Und wenn Allah nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, so wären gewiss Klausen, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen der Name Allahs desöfteren genannt wird, niedergerissen worden. Und Allah wird gewiss dem zum Sieg verhelfen, der für Seinen Sieg eintritt. Allah ist wahrlich Allmächtig, Erhaben.“ (Koran 22:40)

Wenn wir uns nicht an diese Grundsätze des Koran halten, dann untergraben wir den Sinn unseres Din. Wir müssen die Warnungen des Koran vor Extremismus in der Religion beherzigen: „… übertreibt nicht in eurem Glauben …“ (Koran 4:171). Auch der Prophet ﷺ warnte: „Meine Fürsprache wird zwei Kategorien meiner Gemeinschaft nichts nützen: einem unterdrückenden, ungerechten Herrscher und einem rebellischen Extremisten.“ (Tibrani) „Ich warne euch vor Übertreibung, weil Völker vor euch zerstört wurden wegen ihrem Übertreiben.“ (Nisa’i)

Die Ungerechtigkeit des Selbstgerechten
Einige abgeirrten Personen bzw. Gruppen verüben Taten im Namen des Islam, die den Grundsätzen unseres Glaubens widersprechen, während zu wenige mutig genug sind, um diesen Übeltätern entgegenzutreten, die den Namen und das Image des Islam verunglimpfen.

Erinnere dich der Worte des Propheten Muhammad ﷺ: „Ein Muslim (der seinen Glauben verkündet) ist derjenige, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind. Ein Mu’min (der seinen Glauben lebt) ist die Person, bei der die Menschheit Geborgenheit und Sicherheit für ihr Leben sowie Eigentum und Ehre findet.“ (Baihaqi) Der Prophet ﷺ sagte auch: „… Allah ist gütig und liebt Güte in jeder Form und Güte hat Fähigkeiten, welche Gewalt nicht erreicht. (Sahih Muslim)

Möge Allah die Unschuldigen vor der Ungerechtigkeit der Selbstgerechten beschützen.

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Übersetzt durch

Der wahre Islam


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