Uhrerfindungen aus der muslimischen Welt

Die genaue Zeit zu kennen ist für unseren Tagesplan wichtig und dies verdanken wir den Erfindungen von muslimischen Wissenschaftlern in der Uhrentechnologie.

Schon in den frühesten Zeiten des Islam wurde die Wichtigkeit des Timings erkannt. Das muslimische Erbe hat den heutigen Muslimen alte Uhrwerke hinterlassen. Es wurden die neusten Technologien der damaligen Zeit eingesetzt, sowohl zur Verfeinerung als auch Dokumentation ihrer Bemühungen. Die modernen Uhren der heutigen Zeit profitieren von den Meistern der Arithmetik, Astronomie und Fertigungstechnik.

Die innovativen Werke mangelten nicht an präziser Technik, Sinn für Ästhetik und kunstvollem Design. Diese Zeitmessmittel gebühren den Dank an Allah, denn sie gelten noch heute als Meisterwerke der Uhren, die wir alle kennen.

Die mechanische Wasseruhr von Ibn Al-Haytham

Der in Europa unter dem Namen Alhazen bekannte Ibn al-Haytham wurde in Basra, Irak, um 965 n. Chr. geboren. Seine wissenschaftliche Karriere begann in Basra und erreichte ihren Höhepunkt Ende des 10. und Anfang des 11. Jahrhunderts.

Er entwickelte die Wasseruhr, die erstmals die Stunden und Minuten anzeigte. Er fertigte sie und testete sie sowohl durch Ausprobieren als auch durch Berechnungen.

Ibn al-Haytham hat nicht preisgegeben, warum er sich für einen inflow Klepsydra Typ anstelle des damals von den Griechen eingesetzten out-flow Typ entschied. Es könnte ein geographischer Grund dahinter gesteckt haben, da er in Basra war, als er die Uhr entwickelte, wo der Stand der Technik aus Indien kam. Ibn al-Haytham ging bei der Beschreibung der Fertigungsmethode und des verwendeten Materials sehr ins Detail. Er erwähnte die Technik der Kalibrierung und des Ausprobierens jedes Durchgangs, bis die Uhr die korrekte Zeit in Stunden, Halb- und Viertelstunden sowie Minuten anzeigte.

Historisch gesehen ist Al-Haytham‘s Wasseruhr bemerkenswert, weil sie als erste ein Zifferblatt mit Stunden- und Minutenanzeige hatte. Es wird auch die Erkenntnis auf ihn zurückgeführt, dass Licht ins Auge geht und nicht aus dem Auge kommt. Ibn Haytham ist auch der Erfinder der ersten Stiftloch-Kamera, nachdem er beobachtete, wie das Licht durch ein Loch der Fensterläden schien.

Die Elefantenuhr von Al-Dschazari

Al-Dschazari wurde 1136 n. Chr. in der Gegend von Dschazirat Ibn Umar – dem heutigen Cizre in der Südtürkei an der Grenze zu Syrien – geboren. Al-Jazari war ein begnadeter Polyhistor (Gelehrter) und Erfinder von mechanischen Geräten.

Er entwickelte die Elefantenuhr, die der Ausdruck eines multikulturellen Konzepts ist. Dargestellt ist ein indischer Elefant, ein chinesischer Drache, ein griechisches Wassersystem, ein ägyptischer Phönix und hölzerne Figuren in traditioneller, arabischen Kleidung. Das Zeitsystem basiert auf einem mit Wasser gefüllten Behälter, der im Elefant verteckt ist. Mit dem Einsatz der damaligen Wasseruhrtechnologie ist die Elefantenuhr von Al-Dschazari die erste Uhr, die automatisch regelmässige Bewegungen ausführt. (Detaillierte Beschreibung)

Die Umayyad Moscheeuhr von Ridhwan Al-Sa’ati & Vater

Ibn Kathir berichtete, dass ein Tor der Ummayad Moschee das Tor der Stunden genannt wird, weil dort eine Anzahl Uhren waren. Diese Uhren wurden vom Uhrmacher und Techniker Muhammad Ibn Ali, der Vater von Fakhr Al-Din Ridhwan Al-Sa’ati, erfunden. In der Zeit des Herrschers Nur al-Din Mahmud Bin Zangi in Damaskus, Syrien, hat Muhammad al-Sa’ati seine Wasseruhr am Bab Jayrun, dem östlichen Eingangstor der Umayyad Moschee, hergestellt.

Diese Uhren sollten zeigen, wie jede Stunden des Tages vergeht. Eine der Uhren hatte Spatzen, eine Schlange aus Kupfer und eine Krähe. Immer wenn eine Stunde vorbei war, haben nacheinander die Schlange sich gezeigt, die Vögel gezwitschert und eine kleine Kugel aus Kupfer fiel in eine Schüssel, somit wussten die Leute, dass eine Stunde vorbei war. Diese Anlage wurde sechs Jahrhunderte vor der Konstruktion des Big Ben in London 1859 kreiert.

Die astronomische Uhr von Taqi Al-Din

Taqi al-Din wurde in Kairo geboren. Er war ein Astronom, Astrologe, Mathematiker, Uhrmacher, islamischer Philosoph und Theologe, Ingenieur, Physiker, islamischer Richter, Biologe, Zoologe und Erfinder.

Taqi al-Din wollte eine astronomische Uhr herstellen, welche die Zeit mit großer Genauigkeit messen würde – ein Wunsch des damaligen Sultans – und Ptolemy gelang dies nicht.

Mit Hilfe der Mathematik zeichnete er drei Zifferblätter für die Darstellug der Stunden, Intervalle und Minuten. In diese Uhr integrierte er verschiedene Hemmungen, ein Schlagwerk, das jede Stunde ertönte, die Darstellung der Relation der Sonne zum Mond, die verschiedenen Mondphasen, eine Vorrichtung zur Angabe der Gebetszeiten sowie eine Scheibe, die den ersten Tag im gregorianischen Monat anzeigte.

Diese Uhr war präziser als die bisherigen Uhren und wurde als eine der bedeutendsten Erfindungen der angewandten Astronomie im 16. Jahrhundert angesehen.

Quelle: The Independent von Ayesha Abdelhamid

worldbulletin.net

Übersetzt durch

Der wahre Islam


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